Die Tür geht auf. Eine alte Frau und ein alter Mann steigen ein. Beide wirken gebrechlich. Er stütz sich auf sie. Sie führt ihn liebevoll zu einem Sitzplatz, hilft ihm, sich zurechtzufinden. Zwei Stationen später steigen sie wieder aus. Weil er nur langsam gehen kann, führt sie ihn schon mal zur Tür und setzt sich selbst noch einmal hin. Er hält sich an der Stange fest, sucht mit der anderen Hand eine weitere Möglichkeit, sich festzuhalten. Dabei kommt er einer Frau zu nahe. Sie sagt nicht. Guckt nur irgendwie komisch. Ich habe den Eindruck, es ist ihr mehr als unangenehm. Er findet Halt. Die Bahn hält an und die Tür öffnet sich. Die alte Frau steht hinter ihm, führt ihn aus der Bahn. Und ich kann nicht anders. Biete ihm meinen Arm als Stütze, die er dankbar annimmt und geleite ihn sicher aus der Bahn. Die alte Frau bedankt sich und da erst scheint er zu bemerken, dass ich eine Fremde bin. Er bedankt sich herzlich, wünscht mir einen schönen Tag. Hilfe, die nichts kostet aber glücklich macht.
Gerade wird wieder viel geholfen. Den Flüchtlingen, die gerade alles verlieren. Wir spenden Zeit oder auch Dinge, die wir nicht mehr brauchen. Wir spenden Geld und manch einer beruhigt damit vielleicht sein Gewissen. Aber viel zu oft vergessen wir diejenigen, die direkt neben uns stehen….